Die Erforschung der Antimaterie

Den Forschern des Kernforschungszentrums Cern gelang es, künstlich erzeugten Antiwasserstoff einzufangen.

Schon seit Mitte der 90er Jahre wird von den Physikern am Cern Antimaterie in einem äußerst komplizierten Verfahren künstlich erzeugt und für Bruchteile von Sekunden gespeichert, um sie genauer zu untersuchen. Normalerweise vernichten sich Antimaterie und gewöhnliche Materie sofort, wenn sie aufeinander treffen. Dabei werden riesige Energiemengen freigesetzt. Bislang lag die Problematik darin, dass der hergestellte Antiwasserstoff so heiß war, dass sich die Teilchen wegen ihrer schnellen Bewegung kaum analysieren ließen.

Dieses Problem konnten die Forscher, die mit dem Dänen Jeffrey Hangst zusammenarbeiteten, im November im sogenannten Alpha-Projekt des Cern lösen. Sie schafften es, künstlich erzeugte Antiwasserstoffatome für eine Fünftelsekunde zu speichern. In einer Magnetfalle, in der die Teilchen zusammengehalten wurden, gelang es ihnen, Antiprotonen – stark abgekühlt – mit Positronen reagieren zu lassen. Daraus entstanden Antiwasserstoffotome.

Ihr Ziel für die Zukunft ist, den Zeitraum der Speicherung zu erhöhen, um bessere Testergebnisse zu erhalten.

Bislang konnte noch keine natürliche Antimaterie nachgewiesen werden. Dies soll in einem Experiment auf der Internationalen Raumstation in diesem Jahr beginnen. Ein Alpha-magnet-Spektrometer soll Antiteilchen aufspüren.

Short URL: http://www.innovationsforum-cern.de/?p=43

Posted by Stefan on Jan 17 2011. Filed under Nature. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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